Samstag, 25. Februar 2012

Ein Kind für die Welt

Jetzt muss ich einfach mal eine Pause machen! Bin seit heute früh "dienstlich zugange", da ich bis kommende Woche (ja, ja: übermorgen :( ) einen Vortrag ausarbeiten muss, den ich am 12. März vor irakischen Polizeibeamten halten soll - und da ich kein Arabisch spreche, muss das Teil vorher noch übersetzt werden ... Doch Schluss jetzt mit dem Dienstlichen! Ich brauch mal eine Denkpause, und ... Einen Guck in mein Prosaprojekt.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie aufgeregt ich vor 14 Jahren war, als mein erster Roman erschien: Meine Gedanken, meine Geschichte - in Hardcover gebunden und beim Buchhändler im Regal. Na ja, zugegeben: Sehr viele Buchhändler hatten es nicht im Regal stehen, und ich musste mich als "Newcomerin" ziemlich abstrampeln, bis ich Leser fand. Oder, ehrlicher: Bis die Leser mich fanden *lach*. Aber dieses Glücksgefühl, endlich das eigene Buch in Händen zu halten, war unabhängig von den Überlegungen, wie viele Leute denn dieses Werk überhaupt würden lesen wollen.
Danach habe ich noch einige Bücher veröffentlicht, und bei jedem war es aufs Neue aufregend ... Aber doch nicht so wie beim ersten Mal.

JETZT habe ich dieses Gefühl wieder ... Ich weiß nicht, ob das irgendwie für jemanden nachvollziehbar ist, der kein Faible fürs öffentliche Schreiben hat: Man hat ein Kind geboren, mit viel Liebe und Leidenschaft aufgezogen, und nun schickt man es in die Welt hinaus, wünscht ihm Glück, hofft, dass andere es so mögen wie man selbst, wünscht ihm, dass es seinen Weg macht - und hat gleichzeitig Angst, es Fremden auszuliefern ... Wer weiß, was die mit ihm anstellen?

Printkinder habe ich nun ja schon einige hinausgeschickt, und was soll ich sagen? Dieses eKind, dem ich gerade das Jäckchen anziehe und den Rucksack packe, hat es geschafft, dass ich wieder so kribbelig bin wie am Anfang meiner Schreibkarriere  ... Hier noch ein bisschen korrigieren, da noch ein Format ändern. Himmel, nochmal!, sagt mein strengster Kritiker beim Frühstück im Wintergarten. WANN ist es endlich soweit?
Tja, wenn die Irakis nicht wären ... Außerdem muss ich noch das Format ...Und überhaupt. Na gut. Bald. SEHR bald.

Und jetzt muss ich wieder umschalten auf Powerpoint ...
Kribblige Grüße aus dem Stübchen!
Nikola

Kommentare:

  1. Welche deiner Geschichten wirst du überetzen? Am einfachsten wäre es wenn du Lew Tolstois: Krieg und Frieden vorträgst, es ist in allen Sprachen vorhanden. Somit bist du fein aus dem Schneider

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  2. Ich stand ein bisschen auf dem Schlauch, bis ich lachen konnte ... Nee, nee, die Poesie haust an anderen Orten :)

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